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Filmkunstfest SCHWERIN awards THE GROUND BENEATH MY FEET

Marie Kreutzer’s Berlinale competition entry is heading on solid grounds. The Ground Beneath My Feet  garnered two awards at the 29th Filmkunstfest Schwerin: the NDR Regiepreis and the Prize for Best Upcoming Actress to Valerie Pachner.

NDR Regiepreis (endowed with €5,000 by Norddeutscher Rundfunk)
The jury statement: (German)


Running to stand still. Mit dem NDR-Regiepreis zeichnet die Jury in diesem Jahr eine rastlose, physische Filmerfahrung aus, die durch hohes Erzähltempo, präzise Figurenzeichnung und gelungene Metaphorik überzeugt. Die Feinheit, mit der die Regisseurin psychische Not und High-End-Leistungsdruck zeichnet, lässt ein zeitgemäßes Gesellschaftsbild entstehen, in dem sich die Liebe als zu zeitaufwendig, unsicher und pflegeintensiv entpuppt. Diese sorgfältig entwickelte Kalt-Warm-Dynamik strahlt spürbar beklemmend in den Zuschauerraum. Die Schizophrenie unserer Leistungsgesellschaft ähnelt auf zerstörerischer Weise dem tatsächlichen Krankheitsbild und spiegelt sich in der Zerrissenheit der Figuren. Es gibt keinen einzigen Moment des Stillstands, keinen „safe place“, keine Möglichkeit zur Reflexion. Der Regisseurin gelingt es, Krankheit, gesellschaftliche Konvention, toxische Arbeitswelt und Selbstoptimierungszwang zu einem ausweglosen, dichten Netz zu verweben, aus dem sich die Protagonisten und mit ihnen der Zuschauer bei zunehmender Handlungsdauer nicht mehr befreien können. Das ist im Wortsinn atemberaubend und ein großes Kinoerlebnis.

Best Young Actress: Valerie Pachner
The jury statement: (German)


Wir möchten diesen Preis an eine Schauspielerin vergeben, die mit der Lola in DER BODEN UNTER DEN FÜSSEN eine besonders prägnante Figur geschaffen hat. Ihr gelingt es auf glaubhafte Weise, einen Wechsel zwischen zwei Welten, Zuständen und Rollenbildern darzustellen und durch ihr Spiel diesem feinen Psychodrama eine besondere Dichte und Tiefe zu geben. Sie nimmt uns mit in eine Geschäftswelt und das harte Beratergeschäft auf der einen Seite und in ihr Privatleben auf der anderen Seite, in dem sie von ihrer anfälligen schizophrenen Schwester ständig gefordert wird. Wir sehen ihre Mühe, den Spagat zwischen diesen unterschiedlichen Welten unter Kontrolle zu halten, und Valerie Pachner spielt nuanciert die gegensätzlichen Zustände. So sehen wir sie kontrolliert und selbstsicher in den Geschäftsverhandlungen agieren, und sie lässt doch in ihrer Anspannung erkennen, dass sie auf dem Sprung ist. Während der Besuche bei ihrer Schwester versucht sie diese und sich selbst damit zu beruhigen, dass es eine Lösung geben wird, wider besseres Wissen, wie uns ihre Haltung verrät. Dass Lola dazwischen nicht weiß, was wirklich passiert, oder ob sie halluziniert, bleibt auch dem Zuschauer auf spannende Weise rätselhaft. Valerie Pachners Spiel ist dabei präzise und fein und macht uns das Ringen um ihr Selbstbild, ihre Nöte, Unsicherheit und zunehmende Angst vor der eigenen Verwirrung glaubhaft. Vor allem im Zusammenspiel mit Pia Hierzegger als ihre Schwester beweist sie großes Einfühlungsvermögen und Feinheit im Ausdruck. Uns ist es eine Freude, Valerie Pachner mit dem Nachwuchsdarstellerpreis auszuzeichnen.