INTERVIEW

«Sie spürt, wer sie ist, was sie will.»

An Mias Schule laufen die Vorbereitungen für ein Jubiläum: 500 Jahre Leben ohne Monster – der Sieg der Ordnung über das Chaos – das soll gebührend gefeiert werden. Doch Mia, die Rebellin, hat da ihre Zweifel. Sie spürt, dass die Welt auch wildere und phantasievollere Facetten haben könnte und beginnt zu forschen. MONSTER MIA ist eine Abenteuerreise ins Anderssein, zum Leben erweckt im Wiener Animationsstudio arx anima unter der Regie von Verena Fels. 
 
 
Der Animationsfilm MONSTER MIA läuft nun im Juni 2026 beim renommierten Animations-Festival von Annecy. Wie lange liegt es zurück, dass Sie Ihre ersten Arbeitsstunden für dieses Projekt absolviert haben? 
 
VERENA FELS:
Ich erinnere mich auf alle Fälle sehr gut an das erste Gespräch mit den Producers Dunja Bernatzky und Kris Staber von arx anima, das lange bevor die eigentliche Produktion losgegangen ist, stattgefunden hat. Das war wahrscheinlich 2022. Sie haben skizziert, was ihnen vorschwebte, ich erinnere mich an ein sehr lustiges Gespräch. Jetzt kann ich auf eine lange Reise zurückblicken, die mit einem vorsichtigen Kennenlernen begonnen hat und nun auf einer sehr engen Vertrauensbasis beruht. Die ersten richtigen Arbeitsstunden am Projekt habe ich, so denke ich, mit meinem Art-Team absolviert; sie haben erste Entwürfe von den Schul-Welten und Figuren, allen voran Mia gescribbelt, ich habe in Gesprächen meine Vision an die Leute im Team herangetragen. Ich schätze, es war September 2023. Also vor drei Jahren. Getrödelt haben wir nicht. 
 
 
Monstrous Maud von A. B. Saddlewick liefert die literarische Vorlage zur Hauptfigur dieses Films. Wie stark ist die Film-Hauptfigur Mia durch diese Figur geprägt? Wie haben die fünf Drehbuchautor:innen die Figur weiterentwickelt? Über welche Eigenschaften soll Mia zur Identifikationsfigur fürs junge Publikum werden?
 
VERENA FELS:
In den writers‘ process, der noch weiter zurückliegt, war ich noch nicht involviert. Wenn man als Regisseurin da noch eingebunden wird, ist es ein Geschenk, es ist nicht der Usus. Ich hatte Glück und durfte in der allerletzten Phase der Überarbeitung teilnehmen. Mit der österreichischen Autorin Ines Häufler und der Produzentin Dunja Bernatzky hatten wir ein intensives Dreiecksgespräch, wo wir noch polishen konnten. Die Hauptfigur eines Animationsfilms entsteht auch im Zusammenspiel mit ihrer Welt und den anderen Figuren. Wie zeigt man eine Schwesternliebe? Die ist ja im Fall der Zwillinge Mia und Marie sehr speziell. Die beiden finden einander nicht nur gut. Familie ist ja auch von Streitereien und einer Rohheit oder Klarheit geprägt, die für Außenstehende oft ungehobelt wirkt, auch wenn im Grunde eine sehr tiefe Verbundenheit besteht. Wie zeigt man das? Da konnten wir noch an feinen Details feilen. Mia ist ein aufgeklärtes, starkes, junges Mädchen, die nicht glaubt, was man ihr in der Schule oder in der Familie erzählt. Auch wenn ich betonen möchte, dass wir eine sehr liberale Familie entworfen haben. Wir haben im Vergleich zu den Büchern das Familienkonzept modernisiert, der Daddy ist eher der Versorger, der das Essen auf den Tisch stellt, die Mum ist eher rational, geht zur Arbeit, ist aber emotional auch für die Kinder da. Mia kommt als eine Art Rebellin rüber, die nicht bewusst gegen alles ist, aber sie hinterfragt die Dinge. Sie lässt sich von ihrem Bauchgefühl lenken, gleicht das immer wieder mit ihrer Ratio ab und gibt nicht auf. Sie hat einen starken Willen, Durchhaltevermögen, Neugier und Phantasie. Sie spürt, wer sie ist, was sie will. Passt sie rein in die Gesellschaft? Sie versucht es, schafft es aber nicht immer, wenn sie gleichzeitig sich selbst treu bleiben will. Sie bleibt letztlich sich selber treu und nimmt dafür auch Einiges in Kauf. Das ist mutig und es fasziniert mich. Solche Figuren sind es wert, erzählt zu werden und dafür stehe ich. 
 
 
MONSTER MIA ist auch eine Geschichte über Identität. Nicht nur über Identitätsfindung, wie sie für junge Menschen im Alter von Mia sehr wesentlich ist. Es werden auf einer gesellschaftlichen und politischen Ebene Identitätsfragen immer brisanter. Ist das mit ein Grund, dass es zum tragenden Thema dieses Films geworden ist?
 
VERENA FELS:
auf jeden Fall. Die Freiheit des Animationsfilms besteht darin, dass man in eine andere Identität schlüpfen darf. Wo sonst kann ich quasi jemand anders sein und den Perspektivenwechsel mal ausprobieren. Es geht über den Versuch, sich empathisch einzufühlen hinaus; wir gehen einen Schritt weiter und sagen, du kannst die andere Seite auch mal erleben, eine andere Identität annehmen und dadurch ein Verständnis aufbauen, was es bedeutet, auf der anderen Seite zu sein. Der Film ermöglicht da ein spannendes Gleichgewicht. 
 
 
Grundsätzlich baut sich der Film auf zwei Welten auf: die Familie und die Schulen, die auch den Konflikt der Erzählung repräsentieren, indem die Menschenwelt und die Monsterwelt einander ihn tiefer Ablehnung gegenüberstehen. Worin haben die Herausforderungen in der Gestaltung der jeweiligen Welten bestanden?
 
VERENA FELS:
Es war eine tolle Ausgangssituation, weil nur das Konzept feststand, die visuelle Umsetzung durften wir uns sehr frei herleiten. Die visuellen Entwürfe für die beiden Welten sollten in starkem Kontrast zueinander stehen. Die Lilienthal-Schulwelt ist sehr geordnet, hat eine unrealistische Cotton Candy-Ästhetik, alles ist geordnet, klar und alles, was organisch und natürlich ist, wird gestutzt und aufgeräumt. Wir haben viel mit Symmetrien gearbeitet, klare Kamerakonzepte erarbeitet, die Farben sind in überkandidelten Pastell- und Bonbontönen. Die Finsterwald-Schule der Monster steht für das Gegenteil: Das Chaos der Natur hat die Überhand, es gibt Ecken, Kanten, schräge Winkel und Unordnung. Das Chaos ist Konzept und wird gefeiert. Finsterwald ist keine gruselig-düstere Monsterwelt – man hat dort Spaß und es herrscht Lebensfreude. Farblich gibt es dort kein Rosa, sondern gesättigte, erdige Naturtöne, die Fröhlichkeit und eine ungezähmte Lebensenergie ausströmen. In Lilienthal Tower wird die Energie in Kartons gesteckt, in Finsterwald lässt man sie raus und jede:r darf so sein, wie er oder sie ist. 
Um ganz basic einige Referenzen zu liefern, dann sehe ich für Finsterwald den Kosmos des expressionistischen Kinos der zwanziger Jahre u.a. des Dr. Caligari. Natürlich wollte ich etwas von diesen ganz dunklen Filmen reinbringen und in der Schule ist auch ein wenig M.C. Escher wahrzunehmen. Für den Lilienthal-Kosmos ist für mich der erste Meister der Symmetrie, den ich nennen würde, 
Wes Anderson. Das waren kunst- und filmhistorisch die „großen“ Bilder, aus denen ich geschöpft habe.
 
 
Wie gelingt es Ihnen, sich in die Vorstellungswelten des ganz jungen Kinopublikums hineinzuversetzen und ihre Bedürfnisse zu erkennen? 
 
VERENA FELS:
Ehrlich gesagt, das fällt mir sehr leicht. Wenn ich Filme mache, dann behalte ich natürlich die Kinder im Blick, aber ich mache Filme, die mir gefallen und für die ich stehen kann. Allem voran mache ich etwas aus meinem Herzen heraus und das trifft zum Glück auch in die Welt der jüngeren Menschen. Ich habe selbst zwei Kinder (vier und sieben), da werde ich tagtäglich damit konfrontiert, wie die Dinge in ihrer Welt sind und ich schöpfe daraus sehr viel Input. Außerdem bekomme ich durch meine Studierenden, das sind die jungen Zwanziger, viele Ansichten und diskutiere viel mit ihnen. Also auch in dieser Altersgruppe gibt es Anknüpfungspunkte. Und ich unterhalte mich sehr gerne nach den Kinderscreenings im Kino, das ist ein phantastisches Publikum. Quelle von allem ist aber auch, weniger zu denken „Ich muss jetzt für dieses Publikum arbeiten“, sondern mir zu sagen: „Ich nehme sie in ihren Bedürfnissen, die ihre Altersgruppe tangieren, ernst und dann mache ich ganz viel auch, wie es mir gefällt“. Das passt oft gut zusammen. Regieführen bedeutet für mich: Mit ganz vielen Menschen reden, mich mit Input umgeben, viele Ansichten und Ideen anhören und dann zu einer eigenen Vision zu backen. Ich gehöre nicht zu den Regisseurinnen, die meint, es muss alles aus mir herauskommen. Ich nehme viel auf und ich bin diejenige, die daraus etwas bäckt und entscheidet und damit nach außen geht. So sehe ich meine Rolle. 
 
 
Wie nehmen die Figuren in Gesicht, Körperbau und Stimme nach und nach ihre endgültige Form an? Welche Gratwanderung muss man zwischen Abstraktion und Greifbarkeit schaffen? Bei manchen Gesichtern hat man das Gefühl, gewisse Gesichtszüge schon mal gesehen zu haben. Können Sie mehr über diesen Prozess erzählen?
 
VERENA FELS:
Wenn ich eine Figur lese, dann mache ich für mich selbst eine Art character board. Ich schreibe textlich viele Worte, Eigenschaften und manchmal auch Dinge wie Bleistift, Kaugummi o.ä. auf, die mir zu jeder Figur einfallen. Dann ordne ich das und mache das Gleiche auf der visuellen Ebene. Zu diesen Assoziationen suche ich Musik – ein gewisser Punkrock-Einfluss ist ja in MONSTER MIA nicht zu leugnen. Ich liebe diese Musik, die für Individualismus, eigenständiges Denken und ein bisschen Rebellion gegen das System steht. Wenn die Bildwelt und die Charaktereigenschaften da sind, dann gehe ich noch einen Schritt weiter und überlege, welche Personen oder fiktionale Figuren mir zu den Filmfiguren einfallen. Für Simsala war Nina Hagen mit ihren wilden Haaren ein Vorbild, beim Hausmeister war es Mr. Bean, bei Olalia dachte ich an die Eleganz von Helen Mirren. Das führe ich alles zusammen und dann hinterfrage ich noch einmal, warum mir gewisse Aspekte in den Sinn kommen und versuche sie in einem Gespräch mit dem Art-Director herauszukristallisieren. Am Ende hat Simsala kleine Pilze im Haar, so wie Nina Hagen oft komische Dinge im Haar gehabt hat. 
 
 
Wie erweitern sich die gestalterischen Möglichkeiten in der aktuellen rasanten Entwicklung der Technologie? 
 
VERENA FELS:
Die Technik ist so weit, dass man mit genügend Zeit und Geld Fotorealismus erzeugen kann. Dafür gibt es genügend Beispiele, u.a. all die Disneyfilme, die nun in Realität übersetzt werden. Wir wollen das aber gar nicht. Denn durch die Freiheit des Animationsfilms kann man Dinge betonen und andere Dinge durch Reduktion in den Hintergrund rücken. Das Tolle am Animationsfilm ist, dass man nicht der Realität entsprechen muss, sondern durch die künstlerische Gestaltung einen Charakter in einer bestimmten Facette betonen kann. Die Verantwortung im Design liegt darin, dass man auf die richtigen Dinge setzt und sich nicht auf unwichtige Details fokussiert, sondern sich auf den entscheidenden Charakterzug konzentriert und diesen betont oder vielleicht sogar überzeichnet. Das liebe ich am Animationsfilm: Dass man eine maßgeschneiderte Welt für seine Erzählung erschaffen kann. Im Realismus gibt es diese Option nicht. Da sieht etwas aus wie es aussieht: Ein Apfel bleibt ein Apfel. In der Animation darf ich eine eigene Welt erfinden. Größenverhältnisse übertreiben – Ist ein Turnschuh vielleicht ein bisschen größer als normal? Im Animationsfilm ist jedes kleinste Detail eine Entscheidung. Das halte ich für sehr bereichernd.
 
 
Wann kommt die Arbeitsphase, wo Sie als Regisseurin am stärksten auf die Gestaltung Einfluss haben? Wann gibt es umgekehrt Phasen, wo Sie auch loslassen müssen?
 
VERENA FELS:
Ich betrachte ein Filmteam immer als Organismus. Wenn ich einen Teil repräsentieren soll, dann ist es das Herz, das überall Energie reinpumpt und alle versorgt – mit Ideen, mit Freude, mit Richtung – directing. Ich hoffe umgekehrt, dass die Leute im Team auch in einem geschlossenen System funktionieren und selbst arbeiten. Ich kann und will nicht alles selber machen. Ich schätze das Talent und die Liebe zum Detail der Mitarbeitenden unheimlich. Ich komme mit einer Vision, die sich aber in diesem Prozess befruchtet. So kann mehr entstehen, als wenn man es allein macht. So sehe ich meine Rolle überall so. Ich bin immer zur Stelle, wenn es Fragen und Unsicherheiten gibt. Oft sind es wahre Geschenke, die ich bekomme, die mich riesig freuen und wieder neue Energie erzeugen für die Leute, die’s gemacht haben. Ich könnte nicht sagen, dass ich in einem gewissen Bereich wichtiger bin als in einem anderen. Ich würde sagen, ich bin überall nicht so wichtig. 
 
 
Animation ist ein so team- und technikintensiver Prozess. Gibt es Arbeitsschritte, die Sie besonders faszinieren? Wie erleben Sie diese einzelnen Schritte?
 
VERENA FELS:
Das Netzwerk funktioniert so, dass ich das Zentrum bin, die nächste Hierarchie liegt bei Art Director und Animation Director, dann folgen die vielen Supervisors. Sie haben mit den Artists tägliche Meetings, während ich eher wöchentliche Meetings habe. Seit Corona hat sich in den Arbeitsabläufen viel geändert und es wird online abgewickelt. Ich habe das Gefühl, dass ich viel an Energie übertragen kann, dennoch ersetzt nichts den Umstand physisch vor Ort zu sein und mit den Leuten direkt im Austausch zu sein. Diese Treffen finden regelmäßig statt. Ich war oft in Wien, manchmal auch in Spanien. Eine Besonderheit von MONSTER MIA, die ich unbedingt betonen möchte, war das Engagement, mit dem sich Dunja Bernatzky als Produzentin auch inhaltlich eingebracht hat. Das war sehr außergewöhnlich.
 
 
Wie bekommt der Film letztlich seinen Rhythmus? Wie funktioniert der Schnittprozess im Vergleich zum Live-Action-Film?
 
VERENA FELS:
Ich hatte mit Elisa Maier eine wunderbare Editorin. Anders als im Realfilm wird im Animationsfilm von Beginn weg auch geschnitten. Aus dem Storyboard entwickelt sich das Animatic: Der ganze Film wird aus handgezeichneten Zeichnungen „vorgeschnitten“. Ein gutes halbes Jahr nach Beginn der Arbeit am Projekt arbeiten wir schon mit der Editorin zusammen. Es gibt dann schon eine Version, für die auch Stimmen aufgenommen werden, ein Layout mit Musik und Geräuschen darunter gelegt wird und bei der man schon die Emotion und den Rhythmus spürt. Man merkt da schon, wenn etwas noch nicht funktioniert und entsprechend zeichnet man neu, schneidet man neu. Dann erst beginnt der Animationsprozess, der ein sehr aufwändiger Prozess ist. Man möchte die Leute nicht unnötig Szenen animieren lassen und geht daher sehr präzise geplant in eine Produktion. Aber, wenn alle Szenen animiert sind, wird nochmals ein Feinschnitt gemacht, wo man sich die Anschlüsse anschaut und analysiert, ob die Szenen wirklich funktionieren. Da kann dann, wenn es sein muss, nochmals eine Veränderung vorgenommen werden. 
 
 
Die thematische Aktualität von MONSTER MIA liegt ja nicht nur in der Versöhnung und Annäherung zwischen zwei Welten, die einander in Ablehnung gegenüberstanden. Es geht aber auch um das Zurückhalten von Information und die damit verbundene Manipulation. Damit sind wir in einem weiteren Thema, das besonders die junge Generation betrifft, die sich mit digitalen Medien einen Umgang mit Information erarbeiten muss. Wie wichtig war Ihnen dieser Aspekt?
 
VERENA FELS:
Das Erstaunliche an unserer Geschichte war, dass sie immer aktueller wurde, je länger wir an diesem Film gearbeitet haben. Fakten-Check, Fake-Videos, KI … machen dieses Thema immer relevanter und es wird nicht mehr verschwinden. Als jemand, die beruflich „Realitäten“ erschafft, um Dinge zu erzählen, beschäftige ich mich sehr mit der Frage. Daher halte ich es in meiner Arbeit für besonders wichtig, dass erkennbar bleibt, dass die Bilder nicht real sind. Ich mag an der Animation, dass offensichtlich bleibt, dass etwas bewusst so gestaltet wurde. Mehr denn je, halte ich den Hinweis für wichtig, dass man Dinge hinterfragen muss, aus welcher Quelle und von wem Informationen kommen und ob sie in einem gewissen Kontext Sinn machen. Es geht mir auch um die Offenheit, sich mal mit anderen Blickwinkeln zu beschäftigen. Keine Zeit war einfacher, um an Informationen zu kommen als jetzt. Aber: Umso mehr haben wir die Verantwortung, sauber zu entscheiden, wem wir unser Vertrauen schenken und auch in uns reinzuhören, mit dem eigenen Wertesystem zu vergleichen. Dieser Prozess hängt dann wieder mit der zweiten wesentlichen Frage des Films zusammen: Wer will ich sein? Wofür möchte ich einstehen? Passt das, was gerade vor sich geht, zu mir? Da wiederum ist es wichtig, den Individualismus nicht in einen Egoismus überschwingen zu lassen. Ich unterstütze einen gesunden Individualismus, der dennoch dem Wohl der Gemeinschaft zugutekommt. 
 
 
Worin können sich die beiden MONSTER MIA-Welten der Humans und der Monsters besonders gut gegenseitig bereichern? 
 
VERENA FELS:
Das Wesentliche ist zunächst, dass es überhaupt soweit kommt, dass sie einander bereichern können: sich kennenlernen, sich austauschen, voneinander lernen. Lilienthal krankt daran, dass es Individualität und Kreativität nicht zulässt und nicht erkennt, dass es etwas Gutes an sich hat, anders zu sein. Kreative Lösungskompetenz lernen die Lilienthal-Leute auf jeden Fall von den Monstern. Andersrum lernen die Monster auch, dass das Chaos auch manchmal ins zu Chaotische kippen kann. Grundsätzlich bin ich aber dennoch überzeugt, dass Lilienthal mehr von den Monstern lernen kann als umgekehrt. Der Film zeigt, hoffe ich, dass die Lösung im kreativen und nicht im destruktiven Chaos liegt.


Interview: Karin Schiefer
Juni 2026