INTERVIEW

«Man kann etwas verändern, wenn man es will.»

Harald Sicheritz erinnert sich an seine Jahre am Gymnasium und den anderen Wind, der plötzlich blies. Wer sich in Österreich an Bruno Kreisky erinnert, der denkt an die siebziger Jahre, an die Blüte der Sozialdemokratie, an den Bundeskanzler mit der bedächtigen Stimme. Dass er 1911 in einem betuchten jüdischen Haus geboren wurde und nicht unbedingt prädestiniert war, in der Sozialistischen Arbeiterjugend Schwung für eine politische Karriere zu nehmen, ist weniger bekannt. In BRUNO – DER JUNGE KREISKY lenkt der Filmemacher den Blick auf dessen (politisches) Coming-of-Age. 


Hat der ehemalige österreichische Bundeskanzler Bruno Kreisky (1911-1990) als Politiker für Sie eine besondere persönliche Bedeutung? Hat er Sie schon seit längerem als Filmfigur beschäftigt?
 
HARALD SICHERITZ:
Natürlich ist Bruno Kreisky wie für alle Österreicher:innen meiner Generation eine sehr prägende Persönlichkeit. In den Schulen bedeutete es dramatische Veränderungen. Ich war in der Unterstufe, vielleicht in der 3. Klasse – da war auf einmal alles anders. Die alten Nazis – Damen wie Herren – waren plötzlich nicht mehr da. Es gab ein Schulparlament, einen neuen Direktor. Später habe ich Politische Wissenschaften studiert und die Erinnerungen an meine Jugend immer wieder evaluiert. Dieses Filmprojekt hat etwas mit meiner grundlegenden Haltung zu tun. In den letzten 25 Jahren wurden mehrmals Ideen zu historischen Filmen an mich herangetragen: Ich erinnere mich an ein Projekt zum OPEC-Attentat, ein anderes Mal zu Bruno Kreiskys Aufstieg zum Bundeskanzler. Ich wollte mich diesen Themen nicht filmisch widmen, nicht zuletzt auch deshalb, weil es einen Cast erfordert hätte, wo es um Ähnlichkeit mit so vielen bekannten Persönlichkeiten gegangen wäre. 
 
 
BRUNO – DER JUNGE KREISKY beruht auf einer Idee von Fritz Schindlecker. Welche Beweggründe gab es, den Fokus auf jene Jahre zu werfen, die Bruno Kreisky als jungen Erwachsenen erzählen?
 
HARALD SICHERITZ:
Ich habe die erwähnten Bedenken auch mit Fritz Schindlecker geteilt, als er mir Ende 2018 einen Film zu Bruno Kreisky vorschlug. Er hatte aber einen überraschenden Ansatz: Bruno Kreisky zwischen 16 und 27. Aus seiner Sicht stellte diese Zeitspanne eine unglaubliche Abenteuergeschichte dar, von der kaum jemand eine Ahnung hatte. Und die Geschichte hat sich tatsächlich als so spannend entpuppt, wie er es mir versprochen hatte. Ich habe über diese Zeit viel gelesen und wir haben die Zeithistorikerin und ausgewiesene Kreisky-Kennerin Helene Maimann an Bord geholt. So entstand nach und nach das Drehbuch, das bis zum Drehbeginn im Frühjahr 2025 noch etliche Adaptionen erfahren hat.
 
 
Können Sie über die Recherche-Phase erzählen. Wo waren die wichtigsten Archive, wo Material über Kreiskys Kindheit und Jugend bzw. seine politischen Aktivitäten zu finden? Welche wesentlichen „Funde“ haben sich für einen filmischen Stoff angeboten?
 
HARALD SICHERITZ:
Was Sie als „Funde“ bezeichnen, hat uns hauptsächlich Helene Maimann in Gesprächen vermittelt, nachdem sie die ersten Drehbuchfassungen erstellt hatte. Ab der dritten Fassung habe ich alleine weitergearbeitet, was sich als die effizienteste Vorgangsweise zwischen uns drei herausgestellt hat: Aufbauend auf den ersten Grundideen habe ich geschrieben und meine Ko-Autor:innen Fritz Schindlecker und Helene Maimann haben die Arbeit regelmäßig kommentiert. Ich habe den begründeten Verdacht, dass Bruno Kreisky der bestdokumentierte Österreicher ist, es gibt zahlreiche Bücher von und über ihn, die so reichhaltig sind, dass man nicht annähernd die Hälfte des verfügbaren Inputs in einem einzigen Film umsetzen konnte. Wir haben uns auf die wesentlichen Elemente konzentriert, auch mit den wenigen Zeitzeuginnen gesprochen wie z. B. seiner Sekretärin Margit Schmidt oder mit dem Historiker Oliver Rahtkolb, der die autobiografischen Erinnerungen, die Kreisky diktierte, niedergeschrieben hat. So war ich mir sehr früh sicher, dass wir auf der inhaltlichen Ebene sehr gut liegen. 
 
 
Sie haben zuvor den Aspekt „Abenteuergeschichte“ erwähnt. Gab es Ereignisse, die sich filmisch aufgedrängt haben und die möglicherweise eine wahre Entdeckung waren?
 
HARALD SICHERITZ:
Der Drehbuchprozess ist ein ständiges Oszillieren zwischen der gegenwärtigen Situation mit ihrer politischen Dimension und dem, was man als Autor aus der Biografie eines Jugendlichen der 1930-er Jahre herausdestillieren kann. Bruno Kreisky war jemand, der aus einem für damalige Verhältnisse sehr reichen jüdischen Haus kommend, beschloss, der Sozialistischen Arbeiterjugend beizutreten, um die Welt zu verbessern. Und er tut es dann auch – gegen alle Widerstände. Es gehört zu Kreiskys Lebensgeschichte in jeder Facette, dass es nie einfach war. Er hat sich letztendlich durchgesetzt, mit dem Effekt, noch mehr und auf einer breiteren Ebene gehört zu werden. Ich habe dann mit der Zustimmung meiner Ko-Autor:innen die Prämisse aufgestellt, dass BRUNO – DER JUNGE KREISKY ein Film für junges Publikum werden soll. Ich halte es für eine spannende Botschaft zu vermitteln, dass man etwas verändern kann, wenn man es will. Allerdings gilt es, dies auf kluge Weise zu tun, um nicht bei der erstbesten Demo erschossen zu werden. Man versucht das, so gut man kann und zwar niemals alleine, sondern mit einer Gruppe von Menschen, auf die man sich verlassen kann. Was Kreisky dennoch nicht erspart blieb, ist der Umstand, dass er bis zu seinem 27. Lebensjahr eineinhalb Jahre im Gefängnis verbracht hat. Die Quintessenz dieser Biografie ist es zu zeigen, dass es möglich ist. Kreisky sagt schon bei seinem Prozess in den dreißiger Jahren – die Rückkehr zur Demokratie ist möglich.
 
 
Er scheint dabei auch ziemlich Glück gehabt zu haben?  
 
HARALD SICHERITZ:
Das ist die Frage. Es kommt im Film schon durch, dass er Glück gehabt hat, wiewohl viele „glückliche Fügungen“ in seinen eigenen Handlungen wurzeln. Der Nazi, dem Kreisky in der gemeinsamen Zelle „den Arsch gerettet hat“, konnte später nicht umhin, für ihn ein gutes Wort einzulegen. Er hat das nicht aus Sympathie getan, aber, ich glaube, dass es eine Bringschuld war, die er Kreisky gegenüber hatte. Thomas Stipsits spielt diesen Josef Weninger, dem er – wie es der Nachspann erschließt – , wie aus dem Gesicht geschnitten zu sein scheint. Eine zweite Situation ist jene, wo Kreisky, der erneut im Gefängnis ist, beim Appell nach Dachau nicht verlesen wird; da hat er selbst in seinen Aufzeichnungen vermutet, dass der Zellenwärter ein Genosse war. Das war schon Glück. Wenn man nicht ein so großer Kommunikator wie Bruno Kreisky war, dann hatte man weniger Chancen. Das wäre meine Interpretation. 
 
 
BRUNO – DER JUNGE KREISKY ist nicht Ihre erste biografische Arbeit. Sie haben 2014 in einem TV-Film die Geschichte der deutschen Chemikerin Clara Immerwahr (1870–1915) erzählt. Welchen Fragen stellen Sie sich im biografischen Erzählen? Wie gehen Sie mit der Gratwanderung zwischen den fiktionalisierten und den faktischen Elementen um?
 
HARALD SICHERITZ:
Zunächst muss man ein starkes Interesse für das Thema in sich selbst finden. Ich wollte schon immer etwas über die Erste Republik machen. Mein Urgroßvater gehörte 1888 zu den Teilnehmern am Hainfelder Parteitag, der Gründungsversammlung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs. In unserer Familie war also der Grundstein für dieses Interesse gelegt. Dies stand in Verbindung mit meiner Erfahrung, als Jugendlicher die Veränderungen der Kreisky-Ära hautnah miterlebt zu haben. In der Romanliteratur gibt es grandiose Meister:innen, die das Fiktionale mit dem Faktischen zu verbinden wissen. In unserem Film geschieht dies, wie ich finde, auf recht geglückte Art und Weise. Adele, die im Film als Brunos große Liebe erzählt wird, ist eine erzählerische Verdichtung aus mehreren jungen Damen, ansonsten würde die Erzählung an Stringenz verlieren. Es vergehen in der Filmhandlung ja elf Jahre. Auch in Brunos Gegenspieler vereinen sich mehrere Personen, ebenso wie in dem Menschen, den er selbst als seinen besten Freund bezeichnet hat. Darin liegen die Herausforderungen beim fiktionalen Erzählen, aber auch der Reiz. Das Faszinierende ist, dass es funktioniert. Ich denke an Robert Harris, der keineswegs der erste war, der sich in An Officer and a Spy der Geschichte von Alfred Dreyfus gewidmet hat. Trotzdem ist es so spannend, dass man nicht zu lesen aufhören kann. Wenn es mit Filmen auch gelingt, dass sie einem mehr erzählen als historisches Wissen, dann ist viel gewonnen.
 
 
War es Ihnen über diesen biografischen Aspekt hinaus auch ein Anliegen, die Zeit in Österreich zwischen den beiden Weltkriegen zu beleuchten? 
 
HARALD SICHERITZ:
Man kann das durchaus als zwei Ansatzpunkte betrachten. Die Erste Republik ist in Österreich auch im Geschichtsunterricht sehr lange im Dunkeln geblieben. Man hat weder realisiert noch artikuliert, dass Österreich, meines Wissens als einziges Land, aus einem Bürgerkrieg kommend in den Zweiten Weltkrieg eingetreten ist. Nach 1945 hat man beschlossen, die Diktaturen von Engelbert Dolfuß und Kurt Schuschnigg ruhen zu lassen. Ich habe zuvor schon gemeinsam mit Susanne Freund als Drehbuchautorin vergeblich Versuche unternommen, Geschichten, die in der Ersten Republik spielen, zu realisieren. Es hat nie funktioniert. Und ich habe den Verdacht, wäre im Fall von BRUNO – DER JUNGE KREISKY das Anliegen, etwas über die Erste Republik zu erzählen, nicht so eng mit der Figur eines so wichtigen Österreichers verknüpft, hätte es vielleicht wieder nicht geklappt. 
 
 
Wie sehr sind die brutalen Erlebnisse anlässlich des Justizpalastbrandes belegter Anlass, dass in Kreisky, dem Sohn aus wohlsituiertem Haus, das politische Gewissen eines engagierten Sozialdemokraten geweckt wurde? 
 
HARALD SICHERITZ:
In einer der längsten Szenen im Film, erklärt er seinen Eltern, dass er aufgrund dieser Erlebnisse erkannt hat, dass sein Platz bei denen ist, denen niemand hilft, wenn die Partei versagt. In seinen Erinnerungen ist der Brand des Justizpalastes mehrfach als Schlüsselerlebnis erwähnt. Wir haben uns, was seine Motive betrifft, sehr an die Fakten gehalten. Wir wären dem strengen Auge von Helene Maimann nicht entkommen, wenn wir etwas Erfundenes behauptet hätten. 
 
 
Interessant ist der filmische Umgang mit Bruno Kreiskys Erinnerungen. Zum einen erzählen Sie aus der Zeit, in der er in Haft war, in Flashbacks die zurückliegenden Ereignisse. Dazu kommen Erinnerungen an Ereignisse wie z.B. die an den Justizpalastbrand, die schwarzweiß und koloriert, also sichtlich abstrahiert sind.  Wie kam es zu dieser ästhetischen Entscheidung?
 
HARALD SICHERITZ:
Es war uns beiden, meinem Kameramann Thomas Kürzl und mir, ein Anliegen zu trennen. Die Geschichte ist bis zu Ende des zweiten Drittels in Rückblenden erzählt. Erst, wo sich der Bogen mit dem Filmbeginn schließt, erfolgt die Erzählung linear bis zum Ende. Die schwarzweißen Flashes sind weniger Erinnerung als vielmehr ein dramaturgisches Werkzeug: Sie zeichnen, wie meine wunderbare Frau es formuliert hat, ein unentrinnbares Schicksal voraus. Es ist eher ein erzählerischer Vorgriff auf Dinge, die man dann später, minimal vorbereitet, zur Kenntnis nehmen kann. 
 
 
Sie erzählen einen Lebensabschnitt einer Persönlichkeit, die real existiert hat, gleichzeitig portraitieren Sie junge Erwachsene aus Kreiskys Umfeld. Damit stellen Sie auch die Frage in den Raum, was es bedeutet, als junger Erwachsener am Start ins selbstbestimmte Leben zu stehen und plötzlich von den politischen Gegebenheiten gehindert zu werden, die eigenen Pläne oder Träume zu verwirklichen. Hat Sie auch dieser Aspekt beschäftigt? 
 
HARALD SICHERITZ:
Absolut. Meine Eltern waren alt genug, um als junge Erwachsene die Zeit zwischen 1938 und 1945 miterleben zu müssen. Es hilft in so einer Situation wenig, nach einer Alternative zu suchen. Was da geschah, dafür gab es kein Entkommen. Selbst für die jüdische Bevölkerung hat es eine Weile gedauert, bis vielen bewusst wurde, dass das Exil die einzige Rettung war. Bruno Kreisky hat sich eineinhalb Jahre bemüht, seine Eltern aus Wien ins schwedische Exil zu holen. Man nahm gewisse Dinge nur partiell zur Kenntnis. Aus Erinnerungen meines Vaters weiß ich, dass man in den Jahren vor dem Krieg geblieben ist, weil es eine enorm hohe Gewaltbereitschaft und wenig Haltung gab. Man wurde sehr leicht zum Spielball in diesem Kräftemessen und konnte nur durchkommen, indem man sich an Menschen anhielt, denen man zu Recht vertrauen konnte. Ohne sie kommt man ohnehin nie durch. Außerdem war der Zugang zu Bildung keine Selbstverständlichkeit. Regelsysteme haben entweder die Kirche oder politische Organisationen geboten. Eine interessante Erkenntnis dieser Zeit war für mich, dass alle – von den Kommunisten bis zu den Nazis – versucht haben, den „neuen Menschen“ zu schaffen. Dass dieser „neue Mensch“ sportlich sein musste, war allen politischen Gruppen gemeinsam. Ebenso wie die Wehrfähigkeit ein Wert war, der stark im Mittelpunkt stand. 
 
 
Der Film erzählt, was es bedeutet hat, in den frühen dreißiger Jahren jung zu sein. Und bietet so auch Gelegenheit, die Generation der jungen österreichischen Schauspieltalente auf der Leinwand zu sehen. Allen voran Nils Arztmann in der Hauptrolle. Wie verlief das Casting?
 
HARALD SICHERITZ:
Es gab natürlich mehrere Runden. Nils Arztmann kam spät auf unsere Liste, da ich von seinem Namen her schloss, dass er Deutscher sei. Das war ein Irrtum. Als er gecastet wurde, studierte er am Wiener Reinhardt-Seminar. Maja Unger hatte ich schon in anderen Filmen gesehen und sie war beim Casting sehr überzeugend. Soi Schüssler, muss ich sagen, hatten wir auch nicht sofort am Schirm, sie hat uns sehr schnell überzeugt. Es freut mich, auch Leute gecastet zu haben, die noch nicht so bekannt sind. Marie-Therese Futterknecht, die die Mutter Kreisky spielt, ist eine sehr verdiente Schauspielerin, hat aber noch wenig fürs Kino gemacht. Es wurden alle Schauspieler:innen 2021 gecastet – und das ist meine schönste Erinnerung an diesen Drehprozess  – , im Frühjahr 2025 waren alle, die damals gecastet wurden, tatsächlich da. Nils Arztmann hat sich inzwischen im Theater an der Josefstadt etabliert, Lukas Englander hat eine internationale Karriere begonnen, dennoch waren sie alle da. Das hat mich, als alten Silberfuchs, gerührt. Auch der Umstand, dass die jungen Schauspieler:innen im Arbeitsprozess eine Gruppe gebildet, sich getroffen und ausgetauscht haben. Auch haben sich diejenigen, die eine belegte historische Figur verkörperten, richtig in die Recherche gestürzt und sich ein Wissen über ihre Figur angeeignet, das unserem gleichkam. Wenn ein ernstzunehmender historischer Film gedreht wird, hat das meiner Meinung nach eine so umfassende Ansteckung, dass es etwas mit einem macht. Es hat mir große Freude gemacht, mit welcher Ernsthaftigkeit sie gespielt haben. 
 
 
Musikalisch haben Sie sich für eine Musik entschieden, die nicht dem Stil der Epoche entspringt. Welchen Effekt galt es, mit der Musik zu erzielen?
 
HARALD SICHERITZ:
Ich habe mich mein Leben lang mit Musik beschäftigt und war auch ziemlich lange als Rockmusiker tätig. Mit meinem damaligen Kapellmeister und dem jetzigen Komponisten der Filmmusik meiner Filme, Lothar Scherpe, hab ich mich sehr lange darüber unterhalten, welche Musik geeignet sein könnte. Ich wollte es griffig und dem Inhalt entsprechend haben. Irgendwann kamen wir auf den Blues You Gotta Move, der wahrscheinlich schon hundertmal gecovert und der in der Tat 1929, also in dieser Zeit komponiert worden ist. Schon der Titel schien uns passend, weil er etwas frei mit „Vorwärts!“ übersetzt werden könnte. Was allerdings nicht zeitgemäß ist, das ist die Instrumentierung. Es gab damals weder E-Gitarren noch diese Art der Schlagzeuge. Ich wollte deshalb diesen Bruch erzeugen, damit das Historische nicht zum Selbstzweck wird. Ich wollte keinen Film machen, wo wir nur jungen Leuten dabei zuschauen, wie sie in einer Welt gelebt haben, die uns maximal unsere Urgroßväter erzählen konnten. Wir haben es ausprobiert und es gefiel uns sehr gut. Einen gewissen Anteil hatte wahrscheinlich auch noch unsere Begeisterung für die BBC Serie Peaky Blinders, in der über sechs Staffeln hinweg nur englische Rockmusik vorkommt. Dieser Song ist naturgemäß bei uns noch unbekannt gewesen, aber es gab ihn schon, im Missisippi-Delta spielte man schon You Gotta Move! Ich schätze das am fiktionalen historischen Erzählen sehr, dass man diese Möglichkeiten und diese Freiheit hat. 
 
 
Interview: Karin Schiefer 
Juni 2026




«Es gehört zu Kreiskys Lebensgeschichte in jeder Facette, dass es nie einfach war.»